Erfahrungen und Gedanken aus meinem Lernalltag


Die Gedanken, die Sie hier lesen, sind als buntes Puzzle zu verstehen. Es sind Auszüge aus unzähligen Gesprächen mit Kindern, Jugendlichen, Eltern, Lehrpersonen und Fachleuten. Und es sind Erfahrungen aus meinem Arbeitsalltag.

Vielleicht beantwortet das eine oder andere Thema eine Frage, die Sie gerade beschäftigt.  Das würde mich freuen. Vielleicht tauchen weitere Fragen auf, dann zögern Sie nicht, mir diese zu stellen. In manchen Texten werden Sie durchaus ein Schmunzeln oder Augenzwinkern meinerseits heraushören. Weil ich finde, Menschen und Situationen ernst zu nehmen, schliesst Humor und Glück nicht aus.

Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Lesen.

Herzlich
Anita Ganzoni

Lernen ist nicht gleich lernen

Eine Mutter brachte ihren kleinen Sohn zu Mahatma Gandhi mit der Bitte: «Sag ihm, er soll aufhören, Zucker zu essen.» Gandhi schickte die Frau weg und bat sie, in zwei Wochen wiederzukommen. Das taten sie, er schaute dem Kleinen tief in die Augen und sagte: «Hör auf, Zucker zu essen.» Dankbar, aber ziemlich verwundert, fragte die Mutter: «Warum musste ich zwei Wochen warten?» Gandhi antwortet: «Vor zwei Wochen habe ich selbst noch Zucker gegessen.»

Ich mag Modalverben. Sie verleihen einem simplen Verb Tiefe und präzisieren es. Und sie verraten einiges über die Beziehung, die ich zum eigentlichen Verb und der damit verbundenen Tätigkeit habe. Am besten testen Sie es gleich mal mit der untenstehenden Smiley-Tabelle. Anhand dieser erkennen Sie, wie es um die Motivation des Lernenden steht.

Statt «lernen» kann man (fast) jedes Verb einsetzen. Versuchen Sie es mit Ihren eigenen Alltagspflichten, zum Beispiel mit: joggen, kochen, arbeiten oder aufräumen. Vielleicht werden Sie danach bewusster an diese Modalverben herangehen. Bestenfalls verändert sich das eine oder andere von müssen in: ich mag…

  Der momentane Zustand und sein Hintergrund:

  Ich muss lernen
Ich darf lernen
Ich kann lernen
Ich will lernen
Ich soll lernen
Ich mag lernen 
☹ ☹
☺ ☺
☺ ☺
☺ ☺
☹ ☺
☺ ☺
(viel Druck von aussen)
(der Zugang zu Bildung ist nicht selbstverständlich)
(erfolgreiche Lerntechniken)
(Wunsch von innen: Interesse, Ziele)
(sanfter Druck von aussen)
(es macht Spass)


Abschliessend stellen Sie sich diese Fragen oder diskutieren sie mit Ihrem Kind:

Die einfache Frage:
Ihre letzte Diskussion zum Thema Hausaufgaben oder Prüfungsvorbereitung mit Ihrem Kind, welches Modalverb hätte die Situation am besten beschrieben?

Die schwierige Frage:
Wie können Sie Ihr Kind begleiten, damit es im ☺ ☺ Bereich lernt?

Dieses Zitat möchte ich Ihnen gerne mit auf den Weg geben. Es ist von Prof. Dr. Lutz Jäncke, gehört am 8. November 2017:

Lernen und Verstehen gelingen nur, wenn Wachheit und Aufmerksamkeit da sind, nur dann ist Vernetzen möglich. «Schläft» der Mensch, vernetzt er nicht.

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